Eine  Punkte - Lautbildschrift   mit  12  Zeichen              .:.

Übersicht

Im übergeordneten Artikel beschreiben wir die 3 Typen von Punkte-Lautbildschriften. In diesem Artikel zeigen wir ein Beispiel für den 2. Typ, eine Buchstabenschrift mit etwa gleichviel Zeichen und Lauten.

Jedes Zeichen wird als Konsonant gesprochen. Der folgende Vokal gibt an, wie oft dieses Zeichen nacheinander vorkommt.

(Eine reine Buchstabenschrift ist als Lautbildschrift nicht machbar. Entweder man verwendet Multiplikationsvokale, oder man benötigt 1 Leerkonsonanten und 1 Leervokal, um Häufungen von Konsonanten oder Vokalen sprechbar zu machen)




Das Alphabet




Es gibt mittelsymmetrische Zeichen
sowie links- und rechtsbündige

Die Zeichen sind max. 7 Punktdurchmesser  breit,
was man sich an dem Zeichen  v  leicht klarmacht:
seine Breite ist 4 Punktdicken + 3 Zwischenräume,
die je 1 Punktdicke breit sind   (wie auch der
senkrechte Zeichenabstand)






??Die Lautzuordnung folgt demselben Prinzip wie bei der Punkteschrift mit 7 Zeichen und den Vokalzeichen der Lautbildschrift mit 12 Strich-Zeichen: je breiter das Zeichen, desto tiefer der zugeordnete Laut. Man versucht so eine gewisse Natürlichkeit der Lautzuordnung zu erreichen, denn dunkle Töne empfindet man intuitiv als massiver, und ihre Wellenlänge ist tatsächlich auch größer.


Die Schreibrichtung ist senkrecht v.u.n.o. (wie bei allen gezeigten Lautbildschriften).
Jedes Zeichen wird als Konsonant gesprochen. Der folgende Vokal gibt an, wie oft dieses Zeichen nacheinander vorkommt. Bei den Diphtongen addieren sich die Werte der Vokale.     Beispiele:

        i = 1       a = 2       o = 3       u = 4       ui = 5       au = 6

Beim Wort "??" kommt das Zeichen ?? 2 mal hintereinander vor, hat also den Vokal a. Für diesen Wiederholfaktor 2 wurde nicht der Laut e, sondern gleich a verwendet, damit die Worte akustisch klarer und abwechslungsreicher werden. Denn die meisten Bildworte haben nur Zeichen mit Wiederholfaktor 1 oder 2.




Wortbeispiele

Die Wortbeispiele im übergeordneten Artikel sind mit obigem Zeichensatz gebildet. Auch die Worte der Punkteschrift mit 7 Zeichen sind damit darstellbar, werden aber anders ausgesprochen. (Für manche dieser Begriffe lassen sich aber mit obigen 12 Zeichen bessere Ideogramme bilden.)   Weitere Worte:







Satzbeispiel

Hier ein Satzbeispiel. Ein Bildsatz besteht aus mehreren Bildspalten. Jede Spalte wird von unten nach oben gelesen, jeder Bildsatz spaltenweise von links nach rechts. Am Anfang jeder Spalte wird ein nicht geschriebenes Grammatikwort gesprochen. Das wird im Artikel Grammatik näher erklärt (an der Lautbildschrift mit 12 Strich-Zeichen).

"Ein Segelschiff auf dem Wasser, weiter rechts ein Mensch unter einem Sternbild, daneben Boden, ein turmähnliches Gebäude, ein Laubbaum, ein Thuja."






Verbesserungsmöglichkeiten

Optische Verbesserung:

- Mehr Zeichen: hierfür bräuchte man mehr Konsonanten. Man könnte auch b, d, g verwenden, doch ist der lautliche Unterschied zu p, t, k gering, außer am Wortanfang. Andere nicht benutzte Konsonanten, z.B. ch, sind für Ungeübte schwer sprechbar, besonders in Kombination mit Lauten wie sch . Man könnte Konsonantenkombinationen verwenden (was die Worte aber akustisch länger macht). Hierbei sollte man soweit möglich den Mechanismus der Zeichenüberlagerung verwenden (z.B. Zeichen st = Überlagerung der Zeichen s und t).




Akustische Verbesserung:

- Andere Vokale / Diphtonge: Folgende Vokale als Wiederholfaktoren 1 - 6 wären klangschöner:
e a o ei ai oi . Aber dann wäre Wiederholfaktor 4 bereits ein Diphtong (ei), also länger.
Und i käme nie einzeln vor.

- Wortanfangs- oder Endesignale: Man könnte den nicht benutzen Vokal e als Wortanfangssignal benutzen: Ist der erste Vokal eines Wortes ein i (bei ca 2/3 aller Worte der Fall), wird er durch e ersetzt. Dann ist die Sprache vokalisch abwechslungsreicher, und die akustische Worttrennung im Satz ist stark erleichtert, was bei flüssiger Rede und der gegebenen Silbenstruktur sonst ein großes Problem wäre.
Andere Möglichkeit: Wiederholfaktoren e, a, ö, o, u, diese bekommen am Wortende ein Diphtong-i angehängt. (Statt ei könnte man auch nur i verwenden).
Oder: Wiederholfaktoren i, e, a, ö, o, u, diese bekommen am Wortende ein Diphtong-i angehängt, i wird am Wortende zu y. Diese und ähnliche Mechanismen werden diskutiert im Artikel Ein klares, schönes Lautsystem für künstliche Sprachen




Bewertung

Die hier gezeigte Punkte-Lautbildschrift ist ziemlich leistungsfähig. Die allgemeinen Vor- und Nachteile einer Punkte-Lautbildschrift sind bereits im übergeordneten Artikel beschrieben. Die speziellen Vor- und Nachteile dieser Punkteschrift sind:


- Es gibt nur 12 leicht erlernbare Zeichen, mit denen man aber viele Formen darstellen kann

- Das Lesen ist prinzipiell sehr einfach   (einfacher als bei den anderen Punkteschriften).
  Aber es gibt mehr seitlich verschobene Zeichen als bei der Punkteschrift mit 7 Zeichen,
  und auch die Breitenstufe 2/3, was das Lesen wieder etwas erschwert.

- Die Worte sind akustisch oft etwas zu lang

- Die akustische Wortlänge ist nicht gleich der optischen Wortlänge.  Denn jeder Zeichenblock
  (Gruppe beliebig vieler identischer benachbarter Zeichen) erzeugt 1 Silbe, also meist 2 Laute
  (Konsonant + Vokal)





Die Benutzung der hier beschriebenen Techniken ist frei Stand: 4. 4. 2008 Homepage