Lautbildschrift: Häufige Fragen
Stand: 25.9.2007
Was ist eine Lautbildschrift?
Eine Lautbildschrift ist eine Bilderschrift, die gleichzeitig eine Lautschrift ist:
Denn ihre Ideogramme sind aus speziellen Buchstaben zusammengesetzt.
(Auch eine Zusammensetzung der Ideogramme aus Silbenzeichen ist möglich)
Wie entsteht ein Ideogramm (Bildwort) der Lautbildschrift?
Man versucht, durch Aneinanderreihen von Buchstaben
ein Objekt möglichst gut abzubilden.
Soll der Benutzer selbst Bildworte entwerfen?
Nein. Die Bildworte sind standardisiert. Aber natürlich kann jeder
probieren, ob er bessere Bildworte findet, oder zum Spaß Gesichter
oder Gestalten entwerfen: es sind Millionen Gesichter darstellbar,
nur wenige davon sind definierte Worte.
Warum ist die Schreibrichtung der Lautbildschrift senkrecht?
Die meisten Dinge (Gesichter, Menschen, Bäume, Häuser) haben eine senkrechte Symmetrieachse.
Man kann diese Dinge gut abbilden durch eine senkrechte Reihe einfacher, seitensymmetrischer Zeichen.
Wollte man aber Gesichter oder Bäume aus nebeneinandergestellten Zeichen zusammensetzen,
bräuchte man einen großen Zeichensatz mit oft komplizierten, asymmetrischen Zeichen,
der oft schlechtere Ideogramme liefert. Das veranschaulicht folgendes Bild:

Kleinere Vorteile der senkrechten Schreibrichtung:
Man kann senkrecht beschriftete Buchrücken, Pfosten, Baumstämme lesen,
ohne den Kopf zu verdrehen, auch Texte in Spiegelschrift (eigenes T-Shirt im Spiegel,
im Rückspiegel Schrift auf KFZ oder Schildern) oder auf der anderen Seite einer Glasscheibe.
Warum ist die Schreibrichtung der Lautbildschrift v.u.n.o und nicht v.o.n.u.?
Wenn man von unten nach oben schreibt, beginnen alle Bildspalten
(die verschieden hoch sein können) an derselben Grundlinie.
Ihre unteren Enden bilden dann quasi die Erdoberfläche. So ist es möglich,
Menschen, Bäume, Häuser auf gleicher Höhe nebeneinanderzustellen.
Die Bilder wirken dann auch natürlicher, als wenn alle Spalten oben auf gleicher Höhe beginnen würden.
Dann würden sie irgendwie unnatürlich, unstabil und bedrohlich wirken
(massiver Teil oben, Bildoberkante abrupt gerade).
Ein weiterer Grund: Auf einem Verkehrsschild sollen die
Ortsnamen nach Entfernung gelistet sein, der nächste Ort zuerst
(also unten bei Schreibrichtung v.u.n.o.)
Bei übereinanderstehenden Ortsnamen ist diese Liste gleichzeitig
ein perspektivisch richtiges Bild, es gilt "Vordergrund = Nahbereich".
Noch ein kleiner Vorteil: Ein Lehrer kann, statt an eine Tafel zu schreiben,
Bildspalten darstellen, indem er, parallel zum Sprechen, Schachteln aufeinandersetzt,
an deren Vorderseite je 1 Lautbild-Zeichen aufgemalt ist.
Schreiben v.o.n.u. wäre mit den meisten Schreibgeräten praktischer (ziehendes Schreiben),
aber die oben aufgeführten Argumente überwiegen.
Warum folgen die Bildspalten nach rechts nebeneinander, nicht nach links?
Aus schreibtechnischen Gründen: Wenn die Hand beim Schreiben nach links wandern würde,
würde sie das vorher Geschriebene verdecken, vielleicht auch verschmieren.
Kleinere Gesichtspunkte:
- Sonnenbewegung: Stellt man in einem Bild nacheinander die aufgehende, mittägliche
und untergehende Sonne positionsgerecht dar, so folgen diese Sonnen wie die Spalten von links
nach rechts. Sonnenbewegung und Spaltenfolge sind also gleichgerichtet.
(Aber: auf der Südhalbkugel wandert die Sonne scheinbar nach links).
- Mondbewegung: Es gilt Entsprechendes (Aber: auf der Südhalbkugel wandert der Mond scheinbar nach links)
Alternative: Stellt man Bilder übereinander, so kann man die Himmelskörper im
jeweiligen Bild beliebig links, mittig oder rechts plazieren.
- Die Schreibrichtung "in Spalte von unten nach oben, zeilenweise von li. nach re." ähnelt einer Drehung im Uhrzeigersinn,
die Schreibweise "v.u.n.o, zeilenweise von re. nach li." einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn.
- Körperliche Analogie (Herz = Koordinatenursprung): Das Herz ist (im oberen Teil des Körpers) links unten
und pumpt das Blut nach oben und rechts.
Braucht die Lautbildschrift mehr Platz als andere Schriften?
Nein, aus 2 Gründen. Erstens: Die einfachen Buchstaben können
stark verkleinert werden. Zweitens: Der Platz, der freibleibt,
wenn Spalten ungleich hoch sind, wird in anderen Sprachen / Schriften
benötigt für Worte wie "darüber", "daneben", "ist", "steht", "und"
sowie Artikel "der, die, das, ein(e)" etc.
Was ist die Lautbildsprache?
Die künstliche Sprache, die sich ergibt, wenn man einen Text (Bilder) der Lautbildschrift liest.
Meist verstehen wir unter "Lautbildschrift" beides, die Schrift und die durch sie erzeugte Sprache.
Muß man sich die Bildworte beim Sprechen vorstellen?
Nein. Man kann die Lautbildsprache sogar lernen, ohne zu wissen,
daß sie geschrieben Bilder ergibt. Nur sollte man bei manchen
Worten die Ausrichtung des Objekts kennen (Maus hat Kopf im Bild
unten, nicht oben).
Ist die Lautbildschrift / Sprache praxistauglich?
Ja. Sie ist eine vollwertige Sprache und Schrift.
Auf dieser Website finden sich allerdings nicht der
ganze Wortschatz und nicht die ganze Grammatik.
Wieviele Lautbildschrift-Versionen gibt es?
Die Zahl der möglichen Lautbildschriften ist praktisch unbegrenzt,
wie bei anderen Schriften und Sprachen auch. Sie unterscheiden sich
im Grundkonzept (Silbenschrift, Buchstabenschrift, Positionsschrift)
sowie in Zeichensatz, Lauten, Zuordnung Laute - Zeichen, und Wortschatz
(oft sind für einen Begriff mehrere gute Bildworte möglich), u.U. auch in der Grammatik.
Welche Lautbildschrift-Version ist die beste?
Eine schwierige Frage. Vermutlich eher eine Silbenschrift als
eine Buchstabenschrift.
Wie entsteht ein Bild (Satz) der Lautbildschrift?
Man versucht, mit Ideogrammen eine Szene möglichst gut
nachzubilden. Dabei geht man spaltenweise vor. Ein Bild
besteht meist aus mehreren Spalten mit mehreren Worten.
Ist die Lautbild-Grammatik schwierig?
Nein. Sie ist großteils eine optische Grammatik,
d.h. man stellt die Dinge im Satz einfach so über-und nebeneinander
wie man sie sieht (oder sich vorstellt). Grammatik
Wie erkennt man beim Hören eines Textes
den Anfang eines Bildes oder einer Bildspalte?
Vor jedem Satz wird ein nicht geschriebenes Wörtchen (Satzanfangspartikel)
gesprochen, vor der 2. und jeder weiteren Spalte eines Satzes ein nicht
geschriebener Spaltenanfangspartikel.
Kann ich die optische Grammatik auch in meiner Muttersprache üben?
Ja. Beispiel: Der deutsche Satz "Über einem Baum steht die Sonne,
rechts daneben steht ein Haus, rechts daneben steht ein Mensch"
wird mit den deutschen Worten, aber der Lautbildschrift-Grammatik
zu: "Da Baum Sonne, daneben Haus, daneben Mensch".
"Da" ist hier Satzanfangspartikel, d.h. Anfangspartikel der 1. Spalte des Satzes,
"daneben" Anfangspartikel jeder weiteren Spalte.
Funktioniert die optische Grammatik auch bei Abstrakta?
Ja. Bewegung wird als Spur(en) oder Luftzug dargestellt, Töne und Sprache als Schallwellen,
Denken als Denkwellen oder -Blasen, etc. Fast alle sogenannten Abstrakta
sind auch (fein-)stofflich und räumlich, nur können Menschen (außer Mystikern) es nicht sehen.
Ist die Lautbildschrift computergeeignet?
Ja. Wenn die Schriftzeichen als Computer-Zeichensatz zur Verfügung
stehen, ist der Aufwand nicht höher als bei der Lateinschrift.
(Download-Möglichkeit am Ende des Hauptartikels)
Wieviele Tasten braucht ein Lautbildschrift-Computer?
Es sind keine zusätzlichen Tasten nötig. Aber ein Computer, der
nur die Lautbildschrift verstehen soll, braucht nur soviele Tasten
wie die Lautbildschrift Laute hat (und eine Eingabetaste):
Ziffern, Sonderzeichen etc. werden ja in der Lautbildschrift
aus Buchstaben zusammengesetzt, sind also normale Worte.
Ausreichend wären z.B. 16 Tasten, im 4*4 -Raster auf der Maus
angeordnet.
Kann man die Lautbildschrift auch als Zeichenkurs ansehen?
Ja. Mit ihr kann man schnell eine kurze, aussagekräftige Skizze
eines Objekts oder Sachverhalts anfertigen. (Ohne sie könnte das fast niemand).
Auch farbige Skizzen und dreidimensionale Papier- oder Computermodelle sind
so leicht herstellbar.
Was sind die Vorteile der Lautbildschrift?
Die Bildhaftigkeit bringt viel Spaß und ermöglicht
das schnelle Erfassen oder Überfliegen eines Textes.
Die klare Phonetik macht die Sprache leicht erlernbar und
ermöglicht einfache, silbenweise automatische Spracherkennung.
Auch der logische Aufbau und die optische Grammatik machen
die Sprache leicht erlernbar.
Wie alt ist die Lautbildschrift?
Sie ist seit der Antike bekannt. Hinweise darauf sind
die Zitate etlicher antiker Schriftsteller, ein Wort sei
ein "Bild des Dinges", und Platons Buch "Kratylos oder über
die Richtigkeit der Wörter". Endgültige Beweise sind die
mit Lautbild-Buchstaben in Texte eincodierte Bilder
Gibt es ein Copyright auf die Lautbildschrift?
Nein. Die Benutzung etc. (auch der Entwurf einer neuen Lautbildschrift) ist frei für jeden